DOPPELGEHÖFT RIXDORF

Umbau und Erweiterung eines denkmalgeschützen Doppelgehöfts | 2016-2018

Zusammenarbeit mit dreigengeneinen


Berlin-Neukölln:

Sanierung von Bestandsgebäuden und Ersatzneubauten.

Wiederherstellung der historischen städtebaulichen Textur.

 

Für einen privaten Bauherren planten wir die Erneuerung des Gehöfts. Hier sollen auf 2200m2 BGF kleine Büroeinheiten entstehen, die sich um den gemeinsamen Hof gruppieren. Im Vorderhaus ist zudem ein Cafe und eine Dachgeschosswohnung geplant. Der Hof ist als halböffentlicher Raum konzipiert, der als kommunikativer Treffpunkt der unterschiedlichen Mieter dienen kann. Es entsteht ein lebendiger Ort des Austausches und der Synergien - ein „Kreativquartier“.

 

Unser Entwurf beinhaltet neben der Sanierung von Bestandsbauten auch zwei Ersatzneubauten: 1) die östliche Remise. Diese wird mit der typischen Form des steilen Pultdaches wiedererrichtet. 2) Das östliche Hinterhaus. Dieses wird sensibel in die homogene Folge von Schaunengebäuden an der rückwertigen Gasse eingefügt. Die Lücke zwischen den Hinterhäusern wird so wieder hergestellt und erlaubt eine Durchquerung des Ensembles für Nutzer wie Anwohner.

Die Neubauten werden in monolithischer Massivbauweise errichtet. Das Spiel der Gauben sorgt für eine gute Belichtung der Büroräume und erzeugt eine innenräumliche Großzügigkeit.

Durch den Abriss einer Garage in der Mitte des Ensembles, wird die ursprüngliche Hofform wieder erlebbar. Der Hof wird gemäß historischem Vorbild mit Pferdekopf-Plaster belegt.

 

Das Doppelgehöft in Berlin-Neukölln (Rixdorf) ist Teil eines Dorfes, dessen Entstehung auf eine Initiative von König Friedrich Wilhelm I zurückgeht. Er bot Anfang des 18 Jhd. protestantischen Flüchtlingen aus Böhmen an, hier eine neue Heimat aufzubauen. Die verbleibenden Gehöfte sind in Ihrer Maßstäblichkeit noch sehr gut erhalten, wurden aber über die Jahre, auch im Zuge von Kriegszerstörung, deutlich überformt.

In den 80er Jahren wurde das Böhmische Dorf unter Ensembleschutz gestellt. In den 90er Jahren folgte ein Bebauungsplan, der vorsah, die historischen Charakteristika des Böhmischen Dorfes vor dem Verblassen zu schützen. Er beinhaltet strenge Vorgaben zu Traufhöhen und Baumaterialien.