"Gründerzeit reloaded" 

Antragsforschung | 2016

Zusammenarbeit mit dreigegeneinen

„Der Kern des Architektenberufs ist ja ein Gefühl für das Machbare, verbunden mit einer großen Dosis Optimismus, dem Glauben, dass mit intelligenten Formen etwas zum Besseren gewendet und scheinbar Unmögliches gelöst werden kann. Allein schon deswegen könnten die Politik in diesen Tagen viel lernen von den Architekten - wenn sie denn einmal ein paar Lebenszeichen von sich geben würden.“ -FAZ

 

Das Thema sozialer Wohnungsbau wurde in Deutschland seit Jahren vernachlässigt.

Im Zuge des Zustroms von 100.000en von Flüchtlingen hat das Thema nun an Aufmerksamkeit seitens der Politik und der Gesellschaft gewonnen. Denn eine gelungene Integration kann nur funktionieren, wenn Flüchtlinge angemessenen und finanzierbare Wohnungen finden können.
Aber es geht nicht nur um Flüchtlinge: in Deutschland werden vielerorts dringend Wohnungen für Geringverdienende benötigt. Die Problematik der Unterbringung von Flüchtlingen darf nicht separat vom Thema des Sozialen Wohnungsbaus betrachtet werden. Ziel ist es eine sozial nachhaltige Stadt zu planen, in der ein Zusammenleben aller Teile der Bevölkerung gelingt, möglichst ohne Exklusion, die zu Stigmatisierung führen und die negativen Aspekte von Parallelgesellschaften mit sich bringen kann.

Die Diskussion führt also zu der Frage, nach städtischer Wohnungs-Baukultur im Allgemeinen. Welche Bedingen müssen gegeben sein, damit sich eine Stadt vielfältig und nachhaltig und zum Wohle aller ihrer Bewohner entwickelt?
Obwohl die Qualität unser Städte und insbesondere der Wohnungsbau das Leben von allen Menschen in Deutschland direkt betrifft, führt Architektur ein mediales Schattendasein. Wenn Architektur in den Medien auftaucht, dann geht es meist nur um die Kosten von Prestigeprojekten oder um Wohnungsbau als Politikum. Um die Gestaltung unserer Städte geht es leider fast nie.

Dem liegt ein grundsätzliches Fehlen von Dialog zwischen dem Berufsstand und der Gesellschaft zugrunde. Architekten müssen einerseits ihr Selbstverständnis hinterfragen und haben andererseits eine Aufklärungspflicht der Gesellschaft gegenüber, um auf die Bedeutung von der Gestaltung unseres Lebensraumes hinzuweisen.